Der Diamant – Ein Wunderwerk auf kleinstem Raum
Diamanten - Werte für die Ewigkeit
Der Diamant besteht aus Kohlenstoff-Atomen, die auf so geschickte Art und Weise miteinander verbunden sind, dass der Diamant zum härtesten auf der Erde vorhandenen Material wurde. Daher wurde er im alten Griechenland mit „adamas“, was der „Unbezwingbare“ heißt bezeichnet und gilt noch heute als „König der Edelsteine“.
Die Entstehung der Diamanten
Rohdiamanten
Diamanten werden in der Natur durch sehr hohe Temperaturen und starken Druck im Erdmantel, in einer Tiefe von ca. 150 km, gebildet. Die Muttergesteine des Diamanten sind Erdmantelgesteine, welche
bei vulkanischen Eruptionen aus dem Erdmantel an die Erdoberfläche geschleudert werden. Die Geschwindigkeit mit der dies geschieht wird auf wenige Stunden geschätzt, so dass aufgrund dessen keine
Umwandlung der Gesteinsbrocken in Graphit geschieht. Insbesondere die besten und einschlussärmsten Diamanten überstehen diesen Transport unbeschädigt.
Eine weitere Entstehungsvariante von Diamanten, insbesondere von sogenannten Mikrodiamanten, ist die Entstehung bei Meteoriteneinschlägen. Die dabei resultierenden hohen Temperaturen und der hohe
Druck verwandeln den natürlich vorkommenden Kohlenstoff in der Erde in kleine Diamantkristalle.
Heutzutage befinden sich die größten Diamantvorkommen in Russland, Afrika, insbesondere in Südafrika, Namibia, Angola, Botsuana, der Demokratischen Republik Kongo und Sierra Leone, in
Australien und Kanada. Diamanten wurden bisher aber auf allen Kontinenten der Erde gefunden.
Die 4 C's der Diamantgraduierung
Cut - Der Schliff
Der Schliff bezieht sich in erster Linie auf die Winkel und Proportionen eines Diamanten und ist das einzige C das direkt vom Menschen beeinflusst wird. Das Diamantschleifen erfordert langjährige
Übung und großes Talent. Der Schleifer muss kleine Facetten in den rohen Diamanten schleifen. Daraus entstehen dann beispielsweise die sogenannte Rundiste, die Kalette und die Tafel.
Um den perfekten Schliff zu erreichen muss oftmals mehr als die Hälfte des Rohdiamanten weggeschliffen werden.
Ein perfekt geschliffener Diamant wird das Licht spiegelähnlich von einer zur anderen Facette reflektieren. Wenn die Facetten präzise geschliffen und wohl proportioniert sind, wird das Maximum des
sogenannten „Diamantfeuers" erreicht. Wenn ein Diamant nicht zu tief oder zu flach geschliffen wurde, führt dies dazu, dass er deutlich an Brillanz und dadurch an Wert verliert.
Unter dem Schliff wird auch die Form eines Diamanten verstanden. Am meisten verbreitet sind die runde, die viereckig oder die tropfenartige Form. Runde Diamanten sind symmetrisch und können aufgrund
der genau festgelegten Aufteilung der Facetten das meiste einfallende Licht reflektieren und erhalten so die höchste Brillanz.
Die charakteristischste Schliffform für einen Diamanten und die mit Abstand häufigste ist der Brillantschliff. Dieser muss mindestens 32 Facetten, die Tafel im Oberteil, eine kreisrunde Rundiste,
sowie mindestens 24 Facetten im Unterteil. Diamanten die so geschliffen wurden, und nur diese, dürfen als Brillanten bezeichnet werden.
Clarity - Die Reinheit
Unter Reinheit wird das natürliche Vorhandensein von sogenannten Einschlüssen in einem Diamant bezeichnet. Diese sind so einzigartig wie die Fingerabdrücke eines Menschen. Diese Einschlüsse,
welche meist mineralischen Ursprungs sind, entstehen bereits bei der Formung des Diamanten in der Erde. Die meisten dieser Einschlüsse sind für das nackte menschliche Auge nicht zu erkennen. Sie
beeinflussen allerdings das Licht, welches der Stein reflektiert und wie es reflektiert wird. Einschlüsse können in den verschiedensten Formen entstanden sein. Häufig wird von kristallinen-, wolken-
oder federartigen Formgebungen gesprochen, die dem Diamanten einen ganz eigenen Charakter geben.
Um diese beinahe unsichtbaren Einschlüsse für das menschliche Auge sichtbar zu machen, verwenden Gemmologen eine Lupe mit 10-facher Vergrößerung.
Einschlüsse werden durch eine Reinheitsskala bewertet, die auf der Sichtbarkeit bei 10-facher Vergrößerung beruht. Sie reicht von „lupenrein", also frei von Einschlüssen und absolut transparent, bis
hin zu PIII (Piqué III), also große und/oder zahlreiche Einschlüsse, die mit bloßem Auge sehr leicht zu erkennen sind und die Brillanz des Diamanten deutlich beeinflussen.
Die Position, sowie die Größe, die Anzahl und die Helligkeit der Einschlüsse beeinflussen den Wert des Diamanten. Einige dieser „Geburtsmerkmale" können eventuell bei der Verarbeitung zu einem
Schmuckstück etwas versteckt werden und beeinflussen kaum die Schönheit und Brillanz des Diamanten. Sind diese allerdings in der Mitte des Diamanten zu finden, kann dies Auswirkungen auf die
Lichtstreuung haben und dadurch den Diamanten weniger strahlen lassen.
Da man in der freien Natur kaum wirklich lupenreine Diamanten findet, erklärt sich von selbst, dass diese in ihrem Wert deutlich über dem der anderen liegen.
Color - Die Farbe
Dieses Charakteristikum eines Diamanten bezieht sich auf das Nichtvorhandensein von etwaigen Färbungen. Diamanten werden in verschiedenen Farbtönen gefunden. Die Farbpalette reicht von rosa über
rot, blau, grün, gelb und braun bis hin zum schwarzen Diamanten. Geringe Spuren von Aluminium bewirken eine blaue Färbung, Mangan eine eher rote Färbung und Stickstoff eine gelbliche Färbung. Diese
farbigen Diamanten sind sehr selten zu finden und unterliegen daher einer hohen Wertschätzung, insbesondere wenn die Farbe eine intensive Sättigung aufweist. Am wertvollsten jedoch sind die
vollkommen farblosen Steine. Damit ist der Diamant im Übrigen der einzige Stein, bei dem Farblosigkeit diesen wertvoller macht. Gelbliche gefärbte Diamanten sind in der Natur weitaus häufiger zu
finden. Daher werden diese zusammen mit den farblosen Steinen in erster Linie bei der herkömmlichen Bewertung erfasst.
Bei der Bewertung gibt es unterschiedliche Bezeichnungen für die unterschiedlichen Farbtöne.
Am gängigsten sind die Bezeichnungen „River", „Top Wesselton", „Wesselton", „Top Crystal", „Crystal", „Top Cape" und „Cape-Yellow" verwendet. Wobei hier „River" für hochfeines Weiß und „Cape-Yellow"
für gelblich bzw. getönt steht.
Die kommerziell gebräuchlichen Bezeichnungen
Da die unterschiedlichen Farben oft schwer zu unterscheiden sind, versucht man die Diamanten unter speziellem Licht zu betrachten oder sie mit Mustersteinen zu vergleichen. Doch auch hierdurch ist
eine Graduierung, also eine Bewertung, oft schwierig und subjektiv.
(+Graduierung Buchstaben GIA)
Carat - Das Gewicht
Oft verwechselt mit der Größe eines Diamanten, ist „carat" eine Maßeinheit für das Gewicht und wird mit „ct." abgekürzt. Das Wort „Carat" hat seinen Ursprung in der arabischen bzw. in der
griechischen Sprache und leitet sich vom lateinischen Wort für den Samen des Johannisbrotbaums ab. Das Gewicht eines solchen Samens entspricht beinahe einheitlich einem Carat, also etwa 0,2 Gramm.
Ein Carat wird in 100 Punkte unterteilt. Demnach entspricht ein 0.75 ct Diamant einem 75-punktigen oder einen ¾ Karäter.
Seit es schwieriger geworden ist, große Diamanten in großer Häufigkeit in der Natur zu finden, lässt sich sagen, dass, soweit sie in ihren sonstigen Eigenschaften wie Reinheit, Farbe und Schliff
nicht unterscheidbar sind, ein 1.0 Karäter deutlich teurer ist als zwei 0.5 Karäter.
